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Versteifung an der Lendenwirbelsäule: wann und warum?

Termin: 09.03.2022 von 17:00 - 18:00

Worum es geht

Die Lendenwirbelsäule ist vom Beginn an  hoher Belastung ausgesetzt, bedingt durch den aufrechten Gang. Entsprechend können bereits im jugentlichen Alter degenerative Veränderungen der Bandscheiben auftreten. Durch Wasserverlust kommt es zur Minderung der Pufferfunktion und Reizungen der Nerven, so daß teilweise langandauernde Schmerzzustände bis zur Chronifizierung entstehen können.

Im höheren Alter können ein Wirbelgleiten mit Instabilität und Verengung der Nervenaustrittskanäle entstehen, was zur schmerzhafte Einschränkung der Gehstrecke (Schaufenster-Krankheit) und Rückenschmerzen führt.

Als letzte und gravierende Veränderung ist die sogenannte Degenerative Skoliose im Alter zu beobachten. Dabei kommt es zur Verkrümmungen des Achsenskeletts mit Einengungen des Wirbelkanals an mehreren Stellen und Schmerzzustände bis zur Unfähigkeit den Alltag zu bewältigen.

Im Vordergrund der Behandlung steht die konservative und minimalinvasive Therapie mit Krankengymnastik, physikalische Anwendungen, Manualtherapie und medikamentöse Begleitbehandlung.

Je nach Erkrankung unterscheidet sich der Therapieansatz:

  • Bei jungen Patienten ist nach erfolgloser konservativer Behandlung eine dynamische operative Unterstützung durch flexible Implantate möglich quasi als "Stoßdämpfer" für die betroffene Wirbelsegmente.
  • Bei Wirbelkanalverengungen ist meistens eine mikrochirurgische Freilegung der nervalen Elementen in den meisten Fällen erfolgreich, dabei keine Stabilisierung nötig.
  • Der zusätzliche Einsatz von sog. Interspinösen Spreitzer – also Klammersystem zur Stabilisierung ist in manchen Fällen hilfreich und erhält die Beweglichkeit.
  • Beim Wirbelgleiten und auch bei Skoliosen ist doch eine stabile Wiederherstellung des Wirbelsäulenprofils wichtig – somit eine „Versteifung“ sinnvoll. Die ursprüngliche Beweglichkeit ändert sich jedoch nicht- auch vor dem Eingriff sind die betroffenen Abschnitte der Wirbelsäule nicht am Bewegungsgeschehen beiteiligt da degeneriert und lediglich schmerzhaft! Es gilt die schmerzhafte Beweglichkeit aus zu schalten und der sogenannte DeCoSta-Prinzip: Dekompression, Korrektur und Stabilisierung.

In dem Vortrag und der Diskussion werden die verschiedenen Ansätze dargestellt und erklärt.


Ihre Referenten

Dr.  Francis Christov Kilian ist Facharzt für Neurochirurgie und seit 1999 Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums des Katholischen Klinikums Koblenz-Montabaur. Er ist zudem Consultant Neurochirurgie/Wirbelsäulenchirurgie in der Rheintor Klinik Neuss.


Dr. Marita Ant ist Fachärztin für Neurochirurgie und tätig als niedergelassene Fachärztin in eigener Praxis in der Rheintor Klinik Neuss.